Gesundheit: Lachen hält fit
Lustig lebt länger – sagen zumindest so genannte Lachforscher. Denn eine Minute Lachen ist so erfrischend wie 45 Minuten Entspannungstraining. Langfristig halbiert das die Gefahr an einem Herzinfarkt zu sterben. Hoffnung für alle, die nicht viel zu lachen haben: Der Sinn für das Komische lässt sich trainieren.
Öfter mal schlapplachen
Nur ungefähr 15 Mal lacht ein Erwachsener täglich. Kinder sind viel besser dran – sie kichern oder lachen bis zu 400 Mal am Tag. Sie tun gut daran, denn Lachen ist positiver Stress: Bis zu 80 Muskeln werden dabei beansprucht, die Schultern zucken, der Brustkorb bebt, das Zwerchfell vibriert. Über die Atmung wird Sauerstoff in die Adern gepumpt und das Herz-Kreislaufsystem ankurbelt. Durch regelmäßigen Spaß verbessert sich die Durchblutung der Muskulatur. Zudem werden die Stresshormone Kortisol und Dopamin beim Lachen abgebaut, Denkprozesse beschleunigt und Schmerzen gelindert. Außerdem schüttet der Körper verstärkt Immunglobulin A aus. Das stärkt die Immunabwehr. Das Herz profitiert ganz besonders von der guten Laune: Wer gerne und häufig lacht, hat ein 50 Prozent geringeres Herzinfarktrisiko, sagen amerikanische Wissenschaftler.
Positive Nebenwirkungen
Bis die Halbgötter in Weiß den Humor als Medizin anerkannten und einsetzten, hat es eine ganze Weile gedauert. Lachen, mit den Patienten scherzen, das war lange Zeit verpönt. Erst in den Siebzigern begann ein Mann namens Hunter “Patch” Adams, seine Patienten mit Humor zu behandeln – und war damit so erfolgreich, dass Hollywood ihm ein Denkmal setzte. Superstar Robin Williams stellte den witzigen Doc im Film “Patch Adams” dar. Heute stolpern in Kliniken sogar Clowndoktoren durch die Gänge und bringen mit roten Pappnasen und Spritzblumen Leben in die Bude. Dabei geht es den Ärzten nicht unbedingt um die direkte Heilung einer Krankheit. Der Spaß soll emotionalen Stress abbauen, der bei langen Behandlungen und schmerzhaften Operationen unvermeidbar ist. Gemeinsames Lachen stärkt das Gruppenbewusstsein und holt besonders kleine Patienten aus der Einsamkeit.
Witzige sind attraktiver
Obwohl der Mensch schon seit jeher lacht, wird die Lehre vom Lachen, die Gelotologie, erst seit den 70er-Jahren praktiziert. Dank ihrer Hilfe wird längst nicht nur für Patienten in Krankenhäusern professionell gelacht, sondern auch zur Prophylaxe. Aus der Psychotherapie heraus haben sich sogar Lachclubs und Lachyoga gebildet. Dabei versuchen die Teilnehmer, das Lachen bewusst als Heilmittel einzusetzen. So genannte Humortrainer bieten Schulungen an, in denen Witz und Komik geübt werden. Wer Spaß versprüht, kann das Arbeitsklima verbessern. Eine gute Atmosphäre stimuliert, die Arbeit geht schneller und besser von der Hand. Wer witzig sein kann, ist aber auch attraktiver. So zeigten verschiedene psychologische Studien, dass amüsante Männer weitaus anziehender auf Frauen wirken als ihre humorlosen Pendants.
(ecada/Claudia Haese)